Häufig gestellte Fragen

Woher kommen die Männer, wann und auf welchen Wegen sind sie nach Österreich gekommen?

Wer hat ihnen dabei geholfen?

Die Männer kommen aus Damaskus, Aleppo und Rakka. Ihre Fluchtwege waren unterschiedlich, die meisten von ihnen haben aber den Weg über die Türkei gewählt. Dorthin durften sie aus Syrien ausreisen. In der Türkei haben sie dann meist einige Zeit, zum Teil einige Monate, gewartet und teilweise unter schlimmsten, ausbeuterischen Bedingungen gearbeitet, um Geld für die weitere Flucht zu verdienen. Aus der Türkei sind sie mit Schiffen nach Griechenland „exportiert“ worden, der türkische Staat wollte sie anscheinend schellstmöglich weiter haben. Weiter ging es dann über Mazedonien, Serbien, Bosnien, Kroatien, Slowenien nach Österreich.

„Geholfen“ haben ihnen dabei viele Schlepper, die sich für ihre „Freundschaftsdienste“ ordentlich bezahlen haben lassen. Teilweise haben die Männer mehr als 5.000 € für die Schlepperdienste bezahlt.

 

Welche sozialen Hintergründe haben sie, was sind sie von Beruf?

Etliche der syrischen Männer, die wir betreuen, haben Hochschulabschluss, einige waren Beamte, andere Lehrer oder Techniker. Drei der Männer sind in Syrien verheiratet und haben dort auch ihre Kinder.

 

In Österreich fragt man sich immer wieder, warum hauptsächlich junge Männer kommen.

Was ist mit deren Familien?

Meist ist es so, dass die Großfamilie mehr oder weniger bespricht, wer auf die Flucht „geschickt“ wird. Alte und schwache Menschen sowie Kinder fallen deshalb als potentielle Flüchtlinge aus. Flüchten ist kein Spaß, das wissen alle dort.

Die Familien hoffen natürlich, dass der, der flüchtet, erstens durchkommt, also nicht auf der Flucht stirbt, und zweitens, dass derjenige dann, wenn er in Sicherheit ist und seine Verhältnisse halbwegs geordnet hat in Europa, die Familie nachholt.

 

Was sind ihre größten Probleme hier in Österreich?

Angst um ihre Familien ist das größte Problem, das die Männer haben. Fast täglich erfahren sie von irgendwelchen schlimmen Dingen in der Nähe ihrer Frauen, Kinder, Eltern, Freunde, und sie können nichts tun hier als hoffen, dass dieser Wahnsinn endlich aufhört dort in Syrien. Sie sind aber auch so realistisch, dass sie wissen, dass es wahrscheinlich noch lange dauern wird, bis in ihrer Heimat Frieden einkehrt.

Ein weiteres großes Problem ist das Warten. Die Männer sind jetzt seit Dezember 2014 in Österreich. Sie haben großteils noch nicht einmal ihr „Interview“ bei der zuständigen Behörde gehabt. Wenn das „Interview“ stattgefunden hat, heißt das allerdings nicht, dass dann die Entscheidung, ob sie in Österreich als Flüchtlinge anerkannt werden, umgehend getroffen wird. Es kann dann noch immer Monate, manchmal auch Jahre dauern, bis sie ihren so ersehnten „positiven Bescheid“ bekommen.

Die Flüchtlinge dürfen nicht arbeiten, so lange sie nicht als Flüchtlinge anerkannt sind, also ihren positiven Bescheid haben und damit auch eine Arbeitserlaubnis. Das bedeutet, dass die Männer von 5,50 € pro Tag ihr Leben bestreiten müssen, ausgenommen die Unterkunft, wenn sie in einer Einrichtung der Flüchtlingshilfeorganisationen Volkshilfe oder Caritas wohnen können.